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Presse 2007 |
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Bericht Rheinlands-Reiter 05/2007 |
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Brüse gegen Becker - Youngster gegen Olympiasieger
Mit einer kleinen Überraschung endeten die 5. Gut Neuhaus Indoors in Grevenbroich. Denn im Großen Preis siegte nicht etwa Stargast Otto Becker, zweifacher Mannschaftsolympiasieger, sondern der Mannschaftseuropameister der Junioren aus 2006, Christoph Brüse. Auf Audrey D blieb der junge Springreiter vom RJC Rodderberg sowohl im Normalumlauf des S-Springens wie auch in der Siegerrunde der besten 13 Paare fehlerfrei – als einziger Teilnehmer im hochkarätigen Starterfeld. Er machte sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk: Christoph Brüse holte sich auf der zwölfjährigen Stute Audrey D den Sieg im Großen Preis, dem Finale der großen Tour bei den 5. Gut Neuhaus Indoors in Grevenbroich.
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An seinem 19. Geburtstag zeigte der Youngster eine hervorragende Leistung im Sattel. Denn er schaffte es als einziger Starter, in beiden Runden fehlerfrei zu bleiben (0/31,34 Sekunden). Mit dieser Leistung stach das Paar vom RJC Rodderberg aus dem hochkarätigen Starterfeld heraus. Denn in der Siegerrunde grassierte das Favoritensterben. Zuerst erwischte es Gilbert Tillmann vom gastgebenden RC Gut Neuhaus, eine Woche zuvor mit Hello Max noch strahlender Sieger im S-Springen in Jüchen-Waat und mit einer phänomenalen Nullrunde in die Siegerrunde eingezogen. Doch ausgerechnet vor heimischen Publikum leistete sich der gelernte Hufschmied einen eklatanten wie eigentlich „dummen“ Fehler: Er verritt sich. Aus der Traum vom Sieg, Enttäuschung bei seinen Fans und natürlich beim Reiter, dessen Mimik (Frust-)Bände sprach. Schon im Normalparcours hatte es Otto Becker erwischt. Der Olympiasieger war gleich mit zwölf Pferden nach Grevenbroich-Neukirchen gereist und hatte auf der Anlage der Familie Tillmann eine ganze Stallgasse belegt. Doch mit seinem Nachwuchspferd Lucky The Man hatte Becker kein Glück. Der eigenwillige Fuchs machte es seinem berühmten Reiter alles andere als leicht. Becker nahm es gelassen und hielt mit seiner Routine und sicherem Auge für Distanzen entgegen. Dennoch war das Konto der beiden mit vier Fehlerpunkten vorbelastet. In der Siegerrunde fiel dann ein weiteres Mal eine Stange. Platz zehn für den 48-jährigen, gelernten Winzer, der die Gut Neuhaus Indoors zur Vorbereitung auf das Turnier in der Dortmunder Westfalenhalle nutzte. Er habe sein Kommen nicht bereut, bestätigte der Weltcupsieger von 2002. „Es gibt hier viel zu reiten“, lobte er. „Außerdem sind die Bedingungen gut.“ Auch Otto Beckers Bereiter Christoph Hess kam nicht ohne Fehler ins Ziel. Nach einem Abwurf in der ersten Runde, musste der Westfale mit der zwölfjährigen Holsteiner Fuchsstute Kaprice de Faible, übrigens eine Cento-Tochter, in der Siegerrunde das Handtuch werfen. Nachdem die beiden einen Steilsprung völlig zerlegt hatten, entschloss sich Hess zur Aufgabe. Bei Marc Bettinger (RV Wevelinghoven) und Kilian hätte die Zeit gereicht, doch ein Abwurf kostete das Paar die goldene Schleife. Mit 30,99 Sekunden war Bettinger eindeutig der Schnellste im Parcours, doch ein „Roller“ mit der Hinterhand sorgte dafür, dass Christoph Brüse am Ende vor Bettinger auf dem Siegertreppchen stand. Auf dem dritten Platz landete die amtierende Rheinische Meisterin Rebecca Golasch, die mit Lassen Peak die erste Qualifikationsprüfung gewonnen hatte. Im ersten Umlauf präsentierte sich der Hengst gut, so dass den beiden eine souveräne Nullrunde gelang. Im Stechen gab die Amazone aus Kaarst dann richtig Gas, was ihr zwar die drittschnellste Zeit einbrachte, aber leider auch einen Fehler. Platz vier ging an den Erkrather Hans-Willi Weber mit dem 13-jährigen rheinischen Hengst Lanero NRW, bei denen in der Siegerrunde ebenfalls eine Stange fiel. Christoph Brüse konnte demnach gleich doppelt feiern. Zu den ersten Gratulanten gehörte neben Otto Becker Landestrainer Holger Hetzel. Über 1200 Zuschauer feierten den Youngster; rund 4000 Pferdesport-Fans kamen insgesamt an den drei Veranstaltungstagen nach Grevenbroich-Neukirchen. „Rekord“ vermeldete Hofherr Friedhelm Tillmann. Absoluter Publikumsrenner war das Mächtigkeitsspringen der Klasse S am Samstagabend, bei dem freie Sitzplätze so selten waren wie Wasser in der Wüste. Gleich vier Paare knackten an dieser Nacht die Zwei-Meter-Marke, zwei davon hielten am Ende eine goldene Schleife in ihren Händen: Thomas Grimm, der auf dem Schimmel Udy ebenso 2,10 Meter scheinbar locker überwand, wie Marcel Schneider auf der Stute Parodie. Ergebnisse gibt es im Internet unter www.gut-neuhaus-indoors.de
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Presseartikel NGZ vom 03.04.2007 |
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„Mein Kommen nicht bereut“ VON VOLKER KOCH
Sicher, die Gut Neuhaus Indoors erfreuen sich seit ihrer Premiere 2004 eines ausgezeichneten Rufs in der Springsportszene. Selbst Hans-Günther Winkler gab sich schon die Ehre, allerdings als interessierter Beobachter. Dass ein zweifacher Mannschafts-Olympiasieger hingegen aktiv ins Geschehen eingreift, gehört zu den Seltenheiten. Die NGZ sprach mit Otto Becker (48), gelernter Winzer aus dem mainfränkischen Großostheim, der 2000 in Sydney und 2004 in Athen mit der deutschen Equipe Gold gewann.
Herr Becker, was verschlägt einen Olympiasieger ins beschauliche Neukirchen?
Otto Becker: Mein Bereiter Christian Hess ist schon zwei Mal hier gestartet und hat mir von diesem Turnier erzählt. Und nach einer dreiwöchigen Pause suchte ich eine Woche vor dem Turnier in Dortmund nach einer willkommenen Gelegenheit, ein paar Runden zu drehen. Ich hatte drei Turniere zur Auswahl und habe mich für Gut Neuhaus entschieden, zumal ich die Tillmann-Brüder beide gut kenne.
Und wie ist Ihr Eindruck vom Turnier?
Becker: Ich habe mein Kommen nicht bereut. Vor allem, weil es hier viel zu reiten gibt. Wir sind mit insgesamt zwölf Pferden hier, sechs von mir und sechs von Christian Hess, und wir hatten an den drei Tagen sehr viele Startmöglichkeiten. Außerdem sind die Bedingungen gut, man merkt, dass ein selbst aktiver Reiter das Turnier veranstaltet.
Trotzdem dürfte ein Olympiasieger in der Provinz eher eine Seltenheit sein. Oder trifft man Sie öfter bei solchen Gelegenheiten?
Becker: Ich habe im vergangenen Jahr meine beiden Erfolgspferde, darunter Olympiasieger Dobel’s Cento, verabschiedet, deshalb befinde ich mich in einer Umbruchphase. Ich habe im Moment viele junge Pferde, und die brauchen solche Turniere, auch wenn natürlich die großen Championate weiter im Vordergrund stehen.
Was peilen Sie in diesem Jahr an? Becker: Wie gesagt, die großen Turniere sind nach wie vor ein Thema. Die Europameisterschaft nicht.
Und Peking 2008? Becker: Mit dem passenden Pferd würde ich zu meinen vierten Olympischen Spielen nicht Nein sagen.
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Presseartikel NGZ vom 03.04.2007 |
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Verloren im Stangen-Dschungel Von Mareike Roszinsky
Der Große Preis gestern Nachmittag war der sportliche Höhepunkt der Gut Neuhaus Indoors - der Sieg ging an den Bonner Christoph Brüse. Die Reitanlage der Familie Tillmann war zwischenzeitlich wegen Überfüllung geschlossen. Insgedamt rund 4.000 Zuschauer sahen an drei Tagen Spitzensport der Extraklasse. Mitten drin: der zweifache Olympiasieger Otto Becker.
Auch Profis machen Fehler. Diese schmerzhafte Erfahrung musste Gilbert Tillmann gestern Nachmittag machen. Ausgerechnet in der Siegerrunde des Großen Preises, Finalprüfung der großen Tour bei den Gut Neuhaus Indoors, unterlief dem Publikumsliebling und Mitfavoriten ein eigentlich "dummer" Fehler. Er verlor in dem bunten Stangen-Dschungel die Verbindung zum Navigator und nahm den falschen Sprung. So ein Aussetzer ausgerechnet vor heimischem Publikum, ungewöhnlich fr den sonst so ausgebufften 25-Jährigen. Dabei war sein Hello May in Bestform. Im Normalumlauf hatte das Paar eine fulminante Runde gezeigt, war unter dem Jubel seiner Fans und rund 2000 Zuschauern souverän ins Finale eingezogen. Dann begann Gilbert Tillmanns "Pechsträhne". Zuerst leistete sich Hello Max, grell wie gewohnt, einen Flüchtigkeitsfehler direkt am ersten Sprung. Dann verritt sich Gilbert Tillmann - aus der Traum vom Sieg. "Jetzt fliegt die Kappe", mutmaßten seine Fans angesichts des versteinerten Gesichtsausdrucks beim Reiter. Nach schlechten Leistungen testete der ehrgeizige Grevenbroicher schon mal aus Frust die Bruchsicherheit der Reithelme. So war der Weg frei für den Youngster in diesem hochkarätigen Starterfeld: Christoph Brüse (RJC Rodderberg), Mannschaftseuropameister der Junioren 2006, machte sicht selbst das schönste Geburtstagsgeschenk. Der 19-Jährige blieb mit seinem Erfolgspferd Audrey D in der Siegerrunde der besten 13 Paare fehlerfrei. Er war bereits im Normalumlauf ohne Abwurf geblieben - zwei Nullrunden schaffte kein anderes Paar. Nicht einmal Olympiasieger Otto Becker, der sein achtjähriges Nachwuchspferd Lucky The Man gesattelt hatte. Doch der Fuchs machte es seinem Reiter nicht leicht, weshalb die beidem im ersten Umlauf einen Abwurf kassierten. In der Siegerrunde kamen noch vier Fehlerpunkte hinzu - Platz 10 für den zweimaligen Mannschaftsolympiasieger. Er nahm's gelassen. Zumal er mit H.W.'s Aracan ein weiteres gutes Nachwuchspferd unter dem Sattel hat. Der braune Wallach brillierte in der Zeitspringprüfung der Klasse S und bescherte Otto Becker den Sieg. Doch auch wenn es Hofherren Gilbert Tillmann und Bruder Frederic (Platz sechs mit Aragon) nicht auf das Siegertreppchen schafften, schlugen sich die Teilnehmer aus dem Kreis-Pferdesportverband Neuss äußerst gut. Marc Bettinger (RV Wevelinghoven) ritt Kilian auf den zweiten Platz. Die Rheinische Meisterin Rebecca Golasch kam mit ihrem Schimmelhengst Lassen Peak ebenfalls ohne Fehler durch den ersten Umlauf. In der Siegerrunde fiel jedoch eine Stange. Die beiden landeten auf dem Bronzeplatz. "Das ist zu verkraften" schmunzelte sie. Golasch hatte ohnehin ihre Schleifen schon im Trockenen. Platz eine in der ersten Quali der großen Tour, Silber mit Zweipferd Centennial im Finale der mittleren Tour, einem S-Springen mit Stechen. Enttäuschend verlauf für Nadine Hintzen (RV Joistenhof Barrenstein) das Finale der großen Tour. In der zweiten Quli hatte ihr Schimmelhengst Espatako noch geglänzt. Das Paar gewann das S-Springen mit Stechen. Doch im Großen Preis fehlte die Harmonie, zwei Fehler und eine Verweigerung machten aus dem Traum vom Sieg einen kleinen Albtraum für die 20-Jährige.
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Presseartikel NGZ vom 28.03.2007 |
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Hoher Besuch in Grevenbroich VON MAREIKE ROSZINSKY
Eine Ikone des Springsports wird am Wochenende bei den Indoors auf dem Grevenbroicher Gestüt Gut Neuhaus in den Sattel steigen. Otto Becker hat sich für das hochkarätige Turnier angekündigt - der Mann- schaftsolympiasieger von Sydney und Athen.
Mit dem Holsteiner Schimmelhengst Dobel’s Cento eroberte sich Otto Becker einen Platz im deutschen Springsport-Olymp. Der Hengst gehört zu den gewinnreichsten Pferden der Welt, gewann unter anderem mit Otto Becker im Jahr 2002 den Weltcup. Im Rahmen der Weltreiterspiele in Aachen 2006 wurde Cento aus dem Sport verabschiedet.
Jetzt muss der vierbeinige Nachwuchs ran. Den wird Otto Becker bei den Indoors präsentieren. Gleich acht Pferde wird der Olympiasieger mit nach Grevenbroich-Neukirchen bringen. Becker ist nach Hans-Günter Winkler bereits die zweite Reitsportikone, die zu den Indoors kommt.
Das Turnier etabliert sich so weiter in der Liga der hochkarätigen Reitsport- veranstaltungen. Mit dem Doppel-Olympiasieger bekommen die heimischen Favoriten hochkarätige wie prominente Konkurrenz - und die Zuschauer einen absoluten Topsportler zu Gesicht. „Das ist natürlich toll“, freut sich Hofherr Friedhelm Tillmann bereits auf das Event und seinen prominenten Besuch.
Höhepunkt des Turniers ist das Finale der großen Tour, der Große Preis, am Sonntag ab 15.30 Uhr. Dann werden die besten 30 Paare der großen Tour um das Preisgeld kämpfen. Garanten für spektakuläre wie spannende Ritte gibt es genug, allen voran die Hofherren Gilbert und Frederik Tillmann. Ersterer gewann 2005 den Großen Preis und will diesen Erfolg möglichst wiederholen. Mit dem S-Sieg am vergangenen Wochenende in Waat mit Hello Max zeigte er, dass mit ihm zu rechnen ist. Kampflos will er die goldene Schleife selbst einem Olympia- sieger nicht überlassen. Dazu gesellen sich der Liedberger Tim Hoster und die amtierende Rheinische Meisterin Rebecca Golasch. Auch Nachwuchsstars sind dabei, zum Beispiel der amtierende Mannschaftseuropameister der Junioren, Christoph Brüse (Bonn), der seine erste Saison bei den Jungen Reitern bestreitet. Ebenfalls im Favoritensattel sitzt Hans-Willi Weber, der mit dem braunen Hengst Lanero NRW bereits internationale Erfolge vorweisen kann.
Ein weiterer Höhepunkt des Turniers ist die Mächtigkeitsspringprüfung der Klasse S am Samstag ab 21.15 Uhr - übrigens nur etwas für Mutige. Denn hier geht es allein um die Höhe: Am Ende ist das entscheidende Hindernis, eine Mauer, oft höher als Pferd und Reiter groß sind. „Das ist nichts für schwache Nerven“, gibt Friedhelm Tillmann zu, „aber unglaublich spannend.“ Seine Nerven sind am Wochenende drei Tage lang zum bersten gespannt.
Denn als Chef-Organisator einer solchen Veranstaltung wünscht er sich manchmal ein zweites Paar Hände und Stimmbänder zum Wechseln. Dennoch: „Die tolle Atmosphäre und die 3000 Zuschauer machen die Strapazen wieder wett“, meint er.
Los geht es bereits morgen (Freitag) mit den Springpferdeprüfungen und den ersten Qualifikationsprüfungen für die kleine und die mittlere Tour. Samstag geht es dann mit diversen Springen der Klasse L, M und S weiter. Sonntag stehen dann der Große Preis und die Finalprüfungen der kleinen (ab 17.15 Uhr) und mittleren Tour (13.30 Uhr) an.
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